Was bedeutet Zivilcourage?

"Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen."
(F. Magnani, ehemalige Korrespondentin der ARD)

Wenn man an den Begriff Zivilcourage denkt, hat man schnell typische Bilder im Kopf, z. B. von einem heldenhaften Bürger, der bei einer Schlägerei mit seinen Karatekünsten dazwischen geht oder einen bewaffneten Dieb kilometerweit über Stock und Stein verfolgt und die gestohlene Handtasche der älteren Dame wieder zurückbringt.

Doch was bedeutet überhaupt Zivilcourage? In welchen Situationen ist es nötig Zivilcourage zu zeigen? Und sollte man das Risiko eingehen selbst in Gefahr zu kommen, um anderen zu helfen?

Übersetzt man Zivilcourage wörtlich, bedeutet es so viel wie „Bürgermut“. Dabei ist nicht dieser oben beschriebene heldenhafte und gleichzeitig gefährliche Mut gemeint, sondern der Mut, nicht wegzusehen, nicht wegzuhören, nicht wegzugehen. Jeder Mensch kann bereits mit kleinen Handlungen helfen. Aber auf keinen Fall sollte man sich selbst in Gefahr bringen! Mit zivilcouragiertem Handeln werden demokratische und humane Werte vertreten, wie beispielsweise die körperliche Unversehrtheit, das Recht auf Gleichheit oder auf Freiheit.

Nicht nur in gefährlichen Situationen oder bei kriminellen Handlungen ist Zivilcourage gefragt, sondern auch in meist gewaltfreien Bereichen. Dort bedeutet Zivilcourage zum Beispiel auch durch Worte für seine Meinung und Werte einzustehen oder gewisse problematische Strukturen und länger andauernde Zustände zu hinterfragen und dagegen überlegt und organisiert vorzugehen. Charakteristisch ist hier, dass der Handlungsdruck schrittweise aufgebaut wird, anstatt dass schon akut, schnelles Eingreifen gefordert ist.

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